LiterArt 2025

Mit Tübinger Gôga durchs Jahr

Monatsbild

Susanne Paradis

Eichhörnchen

Max hab ich sie genannt und Moritz,
die flink-huschenden Schatten,
die vor dem Haus 
auf Bäumen tanzen mit dem Wind 
und Haschen spielen auf und ab.
Sie werden eifrig jetzt im Herbst
und sammeln … ja, was sammeln sie?
Denn Eichen gibt es nicht,
da, wo sie wohnen,
daher auch Eicheln nicht.
Doch die Natur schert nicht,
wes Namens jemand ist.
Sie deckt wie eh und je
großzügig alle Tische.
Und Max und Moritz 
gern bedienen sich, 
wo immer sich ein Nüsschen zeigt
und graben trickreich kleine Vorratskeller,
mal hier, mal dort, so wie es sich ergibt.
Es ist ein Wunder stets aufs Neue,
wie die Natur für ihre Kinder sorgt.
Für mich ist auch ein Wunder jedes Jahr,
wie Eichhörnchen den Vorrat wiederfinden 
und sich erneut im Frühjahr treffen 
zum Reigentanz nicht nur auf Eichen.

Rosemai M. Schmidt