LiterArt 10-2018

Monatsbild

pixabay moritz320

Wind

Wind zauste mir durchs Haar
mit kecken Fingern
und stiebt davon,
ein Häufchen Blätter flugs zu necken, die sich im Wirbelrund
auf Windes Spur
rischraschelnd haschen
vor mir her.
Ich möchte mittun bei der wilden Jagd
und bin zu schwer,
auf Windes Rücken mitzureiten.
Jedoch mein Lachen schicke ich
dem Luftgesellen hinterher,
ein atemloses, wildes,
und meines Atems Hauch ist ihm verwandt.
Er nimmt das Lachen mit
und mir ist so, als ob's verwehe –
doch als ich weitergehe
hör‘ ich's wie Echo noch
in jedem Strauche,
jedem Blatt,
doch anders:
Neu,
aufregend wild
und schön.

Rosemai M. Schmidt