LiterArt 3-2020

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pixabay SabrinaKoeln

Raupenreise

Gestern ging ich so den Zwerweg lang,
sieh, da querte meinen Weg ein Räupchen,
und es räupte da so winzigbang,
schluckte Staub um Stäubchen.

Ich blieb stehn und beugte mich ihm zu,
sah entzückt das hübsche Raupenfräckchen,
und ich sagte leis': "Klein' Würmchen du,
komm', ich helf dir flugs in ein Versteckchen."

Doch es setzte Fuß um Füßchen seine Raupenreise fort.
"Lass du kriechen mich auf meine Weise.
Was ich brauche, weiß der Liebe Gott,
und Er sorgt für mich", so wisperte es leise.

Rosemai M. Schmidt